Im Fokus des Weltverbands: Warum sich die Fifa mit dem KSV Hessen beschäftigt

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Im Fokus des Weltverbands: Warum sich die Fifa mit dem KSV Hessen beschäftigt



Verband gegen Verein: der Weltverband Fifa (hyperlinks) und der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel.© Imago/Mladen Lackovic, Montage: HNADer KSV Hessen spielt wieder – und musste den ersten Schock verdauen. Die Fifa sperrte kurzzeitig die Neuverpflichtungen.Kassel – Als sich der Sportplatz des TSV Holzhausen am Dienstagabend füllte, die Zuschauer auf den Anpfiff des Testspiels zwischen der Heimmannschaft und dem Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel warteten, da schien alles regular. Auf den ersten Blick. Anders als erwartet stand in der Startaufstellung von KSV-Coach Tobias Damm aber kein Neuzugang. Auch auf dem Spielberichtsbogen warfare keiner zu finden. Der Hintergrund ist kurios und ärgerlich zugleich. Der Weltverband Fifa sperrte die Löwen kurzzeitig für Transfers. Mittlerweile hat sich das Downside aber wohl gelöst. Was ist denn da los? Diese oder ähnliche Fragen werden wohl dem einen oder anderen durch den Kopf gehen, der es mit dem Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel hält und davon hört, dass der Klub eine Transfersperre vom Weltverband Fifa auferlegt bekommen hat. Das Constructive vorweg: „Die Sperre ist aufgehoben, das Thema erledigt“, sagt KSV-Vorstandsmitglied Daniel Bettermann. Heißt: Die Neuzugänge sind nun spielberechtigt. Es gab eine außergerichtliche Einigung. Warum das Ganze überhaupt – das klären wir in Fragen und Antworten.Was warfare die Ursache für die Transfersperre?Sprung zurück ins Jahr 2016. Damals klagt ein Spieler, der für ein Jahr das Trikot des KSV getragen hat, wegen ausgebliebener Gehaltszahlungen. Die Fifa gibt ihm recht. Ein Jahr später meldet der Klub Insolvenz an. Laut Aufsichtsratsmitglied und Anwalt Dr. Fritz Westhelle ging es bei dem Spieler damals um drei Monatsgehälter, ein Großteil des Geldes habe er nach Anmeldung des Insolvenzverfahrens vom Arbeitsamt bekommen. An dem Verfahren selbst habe der Spieler dann nicht mehr teilgenommen, nachdem er von der damaligen Insolvenzverwalterin Jutta Rüdlin nach einer Begründung für weitere Forderungen gefragt wurde. Deswegen habe er keinen Betrag aus der Insolvenzmasse erhalten. „Nach deutschem Recht ist das eindeutig und ordnungsgemäß gelaufen“, sagt Westhelle.Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens warfare der Klub schuldenfrei. Nach deutschem Recht, so Westhelle, durfte zu diesem Zeitpunkt keine Partei mehr Forderungen haben. Doch der Berater des Spielers, ein Belgier und ebenfalls Anwalt, habe das Ganze wieder aufgenommen, die Fifa anschließend eine Transfersperre ausgesprochen. Der Verein erfuhr davon, als er die Pässe für die neuen Spieler anforderte. Er reichte eine Stellungnahme ein. Bis zum Eintreffen dieser waren die Maßnahmen ausgesetzt, anschließend wieder gültig.Warum wurde die Sperre nun wieder aufgehoben?Weil sich der Klub sowie der Berater des Spielers außergerichtlich geeinigt haben. Am Dienstagabend beim TSV Holzhausen durften die neuen Löwen allerdings noch nicht auflaufen.Warum ist der KSV nicht gegen die Sperre vorgegangen, wenn er doch im Recht warfare?„Das, was ich da lesen musste, hat mich umgehauen“, sagt Westhelle. „Die Fifa boykottiert alle Maßnahmen, um dagegen vorzugehen.“ Demnach hätte der KSV die Berufung innerhalb von drei Tagen einreichen und zudem 1000 Schweizer Franken hinterlegen müssen. Das Ganze sei eine Unverschämtheit, sagt das Aufsichtsratsmitglied. Die Fifa könne sich über nationales Recht hinwegsetzen. „Sie können keinen Gerichtsvollzieher schicken. Aber sie sprechen eine Transfersperre aus. DFB und HFV sind daran gebunden“, so Westhelle. Hätten sich der KSV nun nicht mit dem Berater geeinigt, hätte das womöglich ein langes Verfahren nach sich gezogen – und die neuen Akteure wären so lange nicht spielberechtigt gewesen. „Die Fifa maßt sich an, die Zuständigkeit im Arbeitsfeld Kassel zu übernehmen“, sagt Westhelle zusammenfassend. Und die Mittel sind bedenklich. (Maximilian Bülau)



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